Extreme Hitze ist längst eine konkrete Gefahr für die Gesundheit. Besonders betroffen sind ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Erkrankte, Kinder und Menschen ohne festen Wohnraum. Deshalb ist Hitzeschutz keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern ein wichtiger Teil der kommunalen Daseinsvorsorge.
Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat am 15. Juli 2026 einen gemeinsamen Entschließungsantrag von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Hitzeschutz beschlossen. Damit erhält auch unser Einsatz in Sprockhövel zusätzlichen Rückenwind. Vorgesehen sind unter anderem mehr Unterstützung für kommunale Hitzeschutzpläne sowie die Weiterentwicklung von Programmen zur Entsiegelung, Begrünung und Verschattung öffentlicher Räume. Auch Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sollen besser vor Hitze geschützt werden.
Sprockhövel beginnt nicht bei null
Auf Initiative der GRÜNEN arbeitet die Stadt bereits an einem kommunalen Hitzeschutzplan. Hinzu kommen bestehende und geplante Maßnahmen wie Trinkwasserangebote, Sonnenschutz an Schulen und Kitas sowie der Erhalt unseres Freibades als wichtiger Ort für Abkühlung, Bewegung und Erholung.
Ein weiterer bedeutender Baustein ist die klimaangepasste Umgestaltung des Rathausvorplatzes. Als Schwammstadtmodell soll er künftig Regenwasser speichern, mehr Grün ermöglichen und durch zusätzliche Verschattung die Aufenthaltsqualität bei Hitze verbessern.
Diese Einzelmaßnahmen müssen nun zu einem abgestimmten Gesamtkonzept verbunden werden. Dazu gehören klare Zuständigkeiten, verlässliche Warnketten und leicht zugängliche Informationen – insbesondere für ältere, pflegebedürftige und chronisch erkrankte Menschen. Auch mehrsprachige und barrierefreie Angebote sind notwendig.
Fördermöglichkeiten frühzeitig nutzen
Der Landtagsbeschluss vom 15. Juli 2026 ist ein wichtiges politisches Signal, aber noch keine unmittelbare Förderzusage. Deshalb muss die Landesregierung die angekündigten Maßnahmen jetzt schnell mit verlässlichen Förderprogrammen unterlegen. Dabei ist entscheidend, dass finanzschwache Kommunen nicht an hohen Eigenanteilen scheitern.
Sprockhövel sollte geeignete Projekte bereits jetzt vorbereiten, damit Fördermittel für Begrünung, Entsiegelung, Verschattung und die klimaangepasste Gestaltung von Schulen, Kitas und öffentlichen Gebäuden möglichst früh beantragt werden können.
Für uns GRÜNE ist klar: Hitzeschutz muss künftig bei Stadtentwicklung, Gebäudesanierung, Verkehrsplanung und Katastrophenschutz konsequent mitgedacht werden. Gleichzeitig bleibt konsequenter Klimaschutz die beste Vorsorge gegen immer häufigerere und intensivere Hitzewellen. Klimaschutz und Klimaanpassung gehören untrennbar zusammen.