Die GRÜNEN Sprockhövel äußern sich kritisch zur Bürgerinformation vom 04. Mai 2026 über den geplanten Ausbau des Autobahnkreuzes Wuppertal‑Nord. Die Veranstaltung hat weder die Anforderungen an eine transparente noch an eine ergebnisoffene Öffentlichkeitsbeteiligung erfüllt.
Bei der Informationsveranstaltung fehlten nachweislich belastbare Angaben zu den voraussichtlichen Gesamtkosten, dem zusätzlichen Flächenverbrauch sowie zu den Auswirkungen auf Natur, Klima und angrenzende Wohngebiete. Ebenso blieben Details zu möglichen Alternativen, zur Unfallstatistik und zur notwendigen Bauzeit unzureichend dargestellt.
Die GRÜNEN kritisieren, dass die zu erwartenden Belastungen durch Lärm, Abgase, Staus und Umleitungs‑ sowie Ausweichverkehr nicht nachvollziehbar quantifiziert wurden, obwohl sie die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner erheblich beeinträchtigen können.
Weiterhin wird bemängelt, dass das Projekt nicht in den Kontext der Verkehrswende, der Klimaschutzziele und der zunehmenden Elektromobilität eingeordnet wurde. Angesichts der angespannten Bundesfinanzen fordern die GRÜNEN eine klare Darstellung der Mittelverwendung und eine nachvollziehbare Kosten‑Nutzen‑Analyse. Die Moderation der Veranstaltung sei einseitig gewesen; kritische Nachfragen wurden nicht ausreichend vertieft.
Der Ortsverband der GRÜNEN Sprockhövel bittet in einem Schreiben an Die Autobahn GmbH des Bundes daher um:
- eine schriftliche Nachreichung belastbarer Informationen zu Kosten, Flächenverbrauch und Unfallstatistik,
- eine transparente Darstellung der Auswirkungen der Bauphase einschließlich Umleitungs- und Ausweichverkehren,
- nachvollziehbare Angaben zu Dauer und einzelnen Abschnitten der Bauphase,
- eine Erläuterung geprüfter Alternativen,
- eine Einordnung des Projekts im Zusammenhang mit Verkehrswende und Klimazielen,
- sowie eine Dokumentation der Veranstaltung einschließlich wesentlicher Fragen und Antworten.
Schreiben an Die Autobahn GmbH des Bundes: HIER
„Eine ernsthafte und transparente Öffentlichkeitsbeteiligung ist unverzichtbar, um die weitreichenden Folgen des Autobahnkreuzausbaus für Umwelt, Haushalt und Lebensqualität zu beurteilen“, so Tobias Gehle Sprecher des Ortsverbands der GRÜNEN Sprockhövel.
Hintergrund:
Der Ausbau des Autobahnkreuzes Wuppertal‑Nord ist Teil eines bundesweiten Infrastrukturprogramms zur Entlastung des regionalen Verkehrs. Die GRÜNEN Sprockhövel setzen sich für eine klimaschonende Mobilitätswende ein und fordern, dass große Bauvorhaben konsequent an den Zielen des Klimaschutzes und der nachhaltigen Stadtentwicklung ausgerichtet werden.

