Offener Brief zu den jüngsten Vorgängen rund um die Gangelshausen-Petition

 

In der Samstags-Ausgabe berichtete die WAZ über die letzten Vorgänge rund um den Gangelshauser Wald. Endlich. Doch was in diesem Artikel viel zu wenig Beachtung fand, war die sich am meisten aufdrängende Frage:

Warum geht Volker Hoven direkt juristisch gegen einen Bürger vor, der sich mit einer Petition an ihn als politischen Kandidaten richtet? Und was sagt uns dieser Umstand über sein zukünftiges Wirken als möglicher Bürgermeister?

Seit Jahren treibt die Anwohner des Gangelshauser Waldes die Sorge um, dass der Wald einem Gewerbegebiet weichen müsse. Vor einigen Wochen wird dann in den Bürgermeister-Podiumsdiskussionen über den Gangelshauser Wald debattiert. Als ZuschauerIn konnte man durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass sich Volker Hoven hier als Bürgermeister-Kandidat positiv über die Ansiedlung einer Spedition im Bereich des Gangelshauser Waldes ausspricht.

Es ist also naheliegend, dass einer der Anwohner des Gangelshauser Waldes in Reaktion auf diese Podiumsdiskussionen eine Petition startet, um den Befürchtungen der Anwohner Ausdruck zu verleihen und nicht tatenlos zuschauen zu müssen. Die Reaktion des Bürgermeisterkandidatens Hoven ist zunächst einmal: nichts. In der heißesten Phase des Wahlkampfes ist plötzlich wenig vom SPD-Kandidaten zu hören.

Dann werden die ersten Diskussionen in den sozialen Medien über den Gangelshauser Wald und die Petition mit dem Verweis auf juristische Schwierigkeiten geschlossen. Wenig später wird die Petition abgeschaltet – offensichtlich, weil der Petent eine Aufforderung zum Widerruf und Unterzeichnen einer Unterlassungserklärung vom Anwalt Herrn Hovens übermittelt bekam.

Volker Hoven hätte als Reaktion auf die Petition seine politische Position in der Presse ausführlich erläutern können, er hätte öffentlich für seine Perspektive werben können oder er hätte Kontakt zum Petenten aufnehmen können, um eine gemeinsame Lösung für das – aus Hovens Perspektive offensichtlich vorhandene – Problem zu suchen.

Nichts dergleichen ist geschehen und daher müssen wir alle uns fragen: Was sagt uns der Umstand, dass die erste und bislang einzige Reaktion Volker Hovens war, juristisch gegen einen Bürger vorzugehen? Wer mag sich zukünftig als BürgerIn noch politisch äußern? Wie kann ein Bürgermeisterkandidat, der sich Bürgernähe auf die Fahnen schreibt, so mit einem Bürger umgehen?

Ein Bürgermeister sollte für die BürgerInnen da sein, auf ihrer Seite stehen und in einen Dialog mit ihnen treten. Daher eine abschließende Frage an Volker Hoven: Haben Sie, bevor Ihr Anwalt juristisch gegen den Petenten vorging, Kontakt zu dem Bürger Sprockhövels aufgenommen, um eine gemeinsame Lösung zu finden?

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