Info: Gesamtschule Hardenstein

Seit einigen Jahren gibt es nun ein Problem: Sprockhöveler Schülerinnen und Schüler, die an Gesamtschulen im Umfeld beschult werden möchten, werden teilweise abgewiesen. Das kommt an der Hattinger Gesamtschule, an der Kreisgesamtschule in Haßlinghausen und auch an der Gesamtschule Hardenstein in Witten vor. Schon seit einigen Jahren ist das Thema bekannt, nun wird es wieder aktuell, da die Stadt Witten gegen den ausdrücklichen Beschluss der Schulkonferenz (Schülerschaft, Elternschaft und Lehrerschaft) der Hardenstein-Gesamtschule am 08. November beschlossen hat, die Fünfzügigkeit auf vier Eingangsklassen festzuschreiben. Es sei keine Option, „die Schule für eine kostenlose Beschulung auswärtiger Kinder zu erweitern“, so der Schuldezernent der Stadt Witten, Frank Schweppe (SPD). Auch früher äußerte er sich bereits so, was die SPD Sprockhövel unter dem Titel „So nicht, Herr Schweppe!“ kommentierte. (1).

Aber was hat die Politik in Sprockhövel getan? Bisher gab es zwei Vorschläge aus der städtischen Politik, um mit der seit längerem anhaltenden Problematik umzugehen. Die Antwort der SPD Sprockhövel war der Aufbau eines städtischen Gymnasiums, das die Bedarfe decken sollte. Dazu wurde ein Beschluss der damaligen SPD-FDP-WfS-Mehrheit getroffen, um mit einer Prüfung dafür die Wege zu bereiten (2). Aufgrund der schulpolitischen Strukturen (ausreichende Abdeckung besonders durch die beiden Gymnasien in Hattingen und das in Gevelsberg) wurde diese Idee nun aber vom Großteil der städtischen Politik nicht weiter verfolgt (3), selbst die Jugendorganisation der SPD, die Jusos, sprechen sich gegen ein Gymnasium aus (4). Die zweite Idee war die Schaffung einer Dependance der Kreisgesamtschule in Sprockhövel – diese Idee kam von den Grünen, die allerdings aufgrund der damaligen Mehrheitsverhältnisse keine Chance hatte (5).

Aber kann die Stadt Sprockhövel nicht einfach, wie die Stadt Witten es fordert, Geld für die Beschulung von Sprockhöveler Schülerinnen und Schüler zahlen? Nein, das geht nicht. Auch für die Wittener Schülerinnen, die in Sprockhövel an der Mathilde-Anneke-Schule beschult werden, wird keine solche „Bezahlung“ gefordert. Ziel muss eine Herstellung des optimalen Angebots für alle Schülerinnen im Kreis, keine städtischen Alleingänge sein. Eine Bezahlung für die Beschulung, wie es der Wittener Schuldezernent und mit ihm die Mehrheit des Wittener Stadtrates einfordert, würde einen gefährlichen Präzedenzfall einläuten, der die insgesamt gut laufenden Schulkooperationen im gesamten Kreis gefährden würde.

Und was wird jetzt gemacht, um das Problem zu lösen? Aktuell sprechen die Bürgermeisterin und die Stadtverwaltung mit den anderen Kommunen, um gemeinsam Lösungen für die Unterbringung der Sprockhöveler Schülerinnen und Schüler zu finden. Langfristig stellt sich aufgrund des schulpolitischen Trends hin zu der Gesamtschule aber weiterhin die Frage, ob der Bau einer neuen Gesamtschule, die generell die Bedarfe der Städte aus dem Südkreis besser decken kann, nicht notwendig ist. Wir sind der klaren Meinung: Kurzfristig wird es keine Lösung sein, langfristig favorisieren wir eine Sekundarstufe 1 einer Gesamtschule als Dependance in
Sprockhövel!

 

(1) https://www.waz.de/staedte/hattingen/spd-kritisiert-abschottung-der-wittener-gesamtschule-id213491479.html
(2) https://www.waz.de/staedte/sprockhoevel/spd-will-gymnasium-fuer-sprockhoevel-id211249421.html
(3) https://www.waz.de/staedte/hattingen/sprockhoevel-gymnasium-spielt-keine-wichtige-rolle-mehr-id230325158.html
(4) https://www.waz.de/staedte/sprockhoevel/jusos-lehnen-gymnasium-fuer-sprockhoevel-ab-id226162789.html#:~:text=Sprockh%C3%B6vel.%20Die%20Jusos%20im%20Ennepe-Ruhr-Kreis%20lehnen%20die%20Planungen,%C3%BCber%20den%20Bau%20eines%20Gymnasiums%20in%20Sprockh%C3%B6vel%20reagiert.
(5) https://gruene-sprockhoevel.de/2018/06/08/gruene-moechten-ein-erweitertes-gesamtschulangebot/

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